Fakultät für Biologie
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Invasive Arten

Lebewesen, die nach 1492 (Entdeckung Amerikas) durch den Einfluss des Menschen beabsichtigt oder unbeabsichtigt nach Deutschland gekommen sind, werden als Neobiota bezeichnet. Sie gehören zu den gebietsfremden Arten. Zufolge einer Verordnung des Europäischen Parlaments kommen in Europa etwa 12 000 gebietsfremde Arten vor, von denen 10 bis 15 % als invasiv eingeschätzt werden.

Zu den invasiven Arten werden nur solche gezählt, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Lebewesen haben. In Deutschland sind laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) mehr als 168 Arten bekannt, die negative Auswirkungen auf Ökosysteme haben können. Eine Verringerung von Artenvielfalt, wie auch wirtschaftliche Auswirkungen können die Folge sein.

 

ElodeaDie Wasserpest (Elodea spec.)

Der Spross, dieser aus Nordamerika stammenden Wasserpflanze, ist meist 1 mm dick und kann eine Länge von 3 m erreichen. Durch ungeschlechtliche Vermehrung kann sich die Wasserpest über verschleppte Sprossteile (z.B. durch Fließgewässer) schnell ausbreiten. In Gewässern kann es zur Massenentwicklung von Elodea kommen, welche den Bootsverkehr erschwert und eine schnellere Verlandung von Seen bewirkt. 

 

Dreissena2Die Wandermuschel (Dreissena polymorpha)

Ein Beispiel für eine invasive Art in unseren heimischen Gewässern ist die Wandermuschel (Dreissena polymorpha), die ursprünglich in Bereichen des Kaspischen und Schwarzen Meeres heimisch ist. Da sich Dreissena an andere heimische Muscheln und Krebstiere anheftet, steht sie mit ihnen in direkter Nahrungskonkurrenz, was oft in vermindertem Wachstum der heimischen Arten resultiert. Wasservögel und karpfenartige Fische können die Wandermuschel als Nahrungsquelle nutzen, wodurch sie auf diese Arten einen Wachstumsfördernden Effekt haben kann. Wirtschaftliche Schäden entstehen beispielweise auch durch das Anheften der Wandermuschel an Rohre in Kühlwassersystemen.

 

 Die SüßwasserQualle3qualle (Craspedacusta sowerbii)

Die Süßwasserqualle gehört in Deutschland zu den potentiell invasiven, gebietsfremden Arten. Ursprünglich kommt die zum Stamm der Nesseltiere (Cnidaria) gehörende Qualle aus China und wurde in Deutschland zum ersten Mal im Jahr 1905 im botanischen Garten in München beobachtet. An der Ludwig-Maximilians-Universität wird Craspedacusta in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Herwig Stibor hinsichtlich ihres Ausbreitungsmusters und ihrer Auswirkungen auf Nahrungsnetze in Seen untersucht.

                                                                                                                                                                            Quellen

NABU
Bundesamt für Naturschutz
Verordnung (EU) Nr. 1143/2014

 

 Schulklassenpraktikum "Nahrungsnetz See"

see

  • Für Schülergruppen ab der 5. Klasse
  • Für Gruppen bis zu 30 Schülerinnen und Schüler
  • Dauer 4 – 5 Stunden
  • Durchführungszeitraum von Ende April bis Juni

Im Praktikum haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit das aquatische Nahrungsnetz im Lebensraum See zu begreifen und lernen die Artenvielfalt des Zooplanktons kennen, indem sie für das aquatische Ökosystem typische Lebewesen bestimmen. Sie üben das Mikroskopieren mit Stereomikroskopen und testen experimentell, wie eine gebietsfremde Quallenart (Neobiont) das Nahrungsnetz in einem Gewässer verändern kann. 

Themen

  • Probenahme von Plankton im Freigelände
  • Mikroskopieren und Bestimmen von Zooplankton im Labor
  • Räuber (Qualle) - welche Effekte haben sie auf unsere heimischen Seen?
  • Auswertung von wissenschaftlichen Daten im Computerraum

Anmeldung und Information: Dr. Martina Bryce und Tine Hohmann lehrerbildung@bio.lmu.de

 

Unterrichtsmaterialien zum Thema: Invasive Arten 

ablaufplan_pic3Ablaufplan

Praktikum Nahrungsnetz See

- Übersicht der für die Versuchsdurchführung erforderlichen Materialien
- Schrittweise Anleitung des Versuchsablaufs (Probenahme, Fraßsimulation)
- Fragen / Antworten zur Diskussion

 

forscherheft3 Forscherheft

Nahrungsnetz See

- Führt Schülerinnen und Schüler schrittweise durch die Erhebung der Daten
- Fragen zum Hintergrund des Versuchs
- Weiterführende Verständnisfragen zur Thematik „Einfluss des Menschen auf Ökosysteme“

 

datenanalyse2Anleitung

Datenanalyse

- Für Microsoft Excel zur Auswertung der gesammelten Daten
- Anleitung zur Erstellung von Datentabellen
- Anleitung zur Erstellung eines Säulendiagramms

 

beispieldatensatz2 Datensatz

Beispiel

-Zur Übung / Durchführung der Analyse von experimentell gesammelten Daten

 

aquatisches-nahrungsnetzAbbildung

Das aquatische Nahrungsnetz

- Stellt Räuber-Beute-Beziehungen im Ökosystem See dar

 

steckbriefSteckbrief

Die Süßwasserqualle (Craspedacusta sowerbii)

- Hintergrundinformation zu Craspedacusta sowerbii

 

 plankton-video2Videotutorial 

Anleitung zur Durchführung von Planktonprobenahmen

 - Beschreibung der Ausführung einer Planktonprobenahme mit einem Planktonnetz

 

 vortrag Vortrag - online: Prof. Dr. Herwig Stibor  

  Süßwasserquallen in heimischen Seen

- Aktueller Kenntnisstand über Ursprung, Verbreitung und Lebenszyklus
- Einblick in laufende Forschungsprojekte

 

film-brFernsehbeitrag: Bayerischer Rundfunk

"Quallen im Weiher? Uni-Forscher auf Tauchgang"

- Dokumentation über das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Stibor zu Craspedacusta sowerbii


memoryMemory

Invasive und einheimische Wassertiere

- Informationen und Bilder von in Deutschland heimischen und invasiven Arten
- Kann als Memory oder Ratespiel verwendet werden



app-see-paareÖkosystem See Quiz

LearningApps.org

- Denkspiel zum Thema Ökosystem See


biodiversitaet_posterPoster

Aquatische Biodiversität

- Präsentiert von Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie bei 16. Münchner Wissenschaftstage